Deshalb haben wir denn unter allem Denkbaren die Musik zum Element unserer Erziehung gewählt.

Johann Wolfgang von Goethe

Musikerin

Schon während meiner Schulzeit hatte ich den Wunsch Musiklehrerin zu werden. Musik war für mich das Medium mich auszudrücken. War ich als Jugendliche unglücklich oder wütend, war das Klavier meine Zuflucht. Das Klavierspiel nahm alle Gefühlsregungen auf und wandelte sie um. Die Möglichkeit, über das Instrument wieder in eine ausgeglichene Stimmung zu kommen, das wollte ich anderen auch zeigen. Und so entstand schon bald der Wunsch nach einem Musikstudium.

Nach wie vor hängt mein Herz an der Blockflöte. Ich finde es wunderbar, ein Instrument zu spielen, das vom Atem getragen wird. Die Tongestaltung verlangt einen souveränen Umgang mit dem Atem – und lässt unglaublich viele Schattierungen des Klanges zu. Eine einzige Flöte vermag, auf diese Weise gespielt, einen kompletten Kirchenraum zu füllen. Die Blockflöte ist für mich Solo- und auch Ensembleinstrument. Ob als Consortinstrument (mit anderen Blockflöten) oder als „broken consort“ (zusammen mit anderen Instrumenten oder Gesang), die Blockflöte mischt und ergänzt sich wunderbar mit anderen Mitspielern. Sie tritt in Wettstreit, imitiert die menschliche Stimme oder ergänzt die anderen Flöten zu einem Orgelklang.

Das Klavier dagegen ist ein autarkes Instrument. Eine unglaubliche Fülle von Literatur aus allen Epochen steht den Pianisten zur Verfügung. Doch mindestens genauso reizvoll finde ich es, mit anderen zusammen zu musizieren. Da ich in meiner Familie die Einzige war, die Klavier spielte, musste ich von Anfang an begleiten. Sei es die Geigensonaten meines Bruders, die Barockmusik mit meinen Eltern, oder die Kunstlieder meiner Tante. Mit Begeisterung musizierten wir die Dichterliebe! So habe ich gelernt, ein großes Spektrum der unterschiedlichen Musikstile zu begleiten, und tue es noch immer gerne; ob am Klavier, in der Kirche oder alte Musik am Cembalo. Zuhören und sich gegenseitig unterstützen, gibt der Musik nochmal eine ganz andere Qualität. Egal welche Epoche – es gibt immer etwas in der Musik zu entdecken, die Charakteristik der Musik herauszuholen. Die Begleitung ist für den Solisten Fundament, Unterstützung und kontrastierender Partner zugleich.

Zu meinen beiden Hauptinstrumenten gesellte sich schon immer die Freude am Singen. Die Stimme ist das ursprünglichste Instrument: jedem eigen, steht sie allen Menschen unmittelbar zur Verfügung. Der Stimmbildungsunterricht bei Albrecht Ostertag sollte für mich wegweisend sein. Er unterstütze mich in meinem Bestreben, mich beständig weiterzubilden, musikalisch und instrumentaltechnisch auf dem neuesten Stand zu bleiben, und dabei den musizierenden Menschen als Ganzheit nicht aus dem Blick zu verlieren. So ergab es sich als logische Fortführung meiner beruflichen Laufbahn, dass ich in die Chorleitung einstieg.

 

 

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